Vermischtes - Prozesse

Urteil im Vatermordprozess erwartet

11.03.2010 - 20:01 Uhr

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haftstrafe

Heidelberg (ddp-bwb). Am Landgericht Heidelberg soll am Freitag (10.30 Uhr) das Urteil gegen einen 39 Jahre alten Mann wegen Mordes an seinem Vater fallen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe gefordert und beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Damit wäre eine Entlassung aus der Haft nach 15 Jahren auf Bewährung kaum möglich. Die Verteidigung hatte auf eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiert, jedoch ohne die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

Der Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses zu Protokoll gegeben, er habe seinen Vater, einen 59-jährigen Italiener, unter Vortäuschung einer Autopanne im Industriegebiet von Malsch (Rhein-Neckar-Kreis) aus dem Auto gelockt, um ihn zu töten. Zunächst habe er ihn mit mehreren Hammerschlägen auf den Kopf schwer verletzt und ihn dann mit Benzin übergossen und angezündet. Nach der Tat fuhr er in seinem Auto direkt zur Polizei nach Wiesloch, um sich zu stellen. Als Motiv gab er seine schwierige Beziehung zum Vater an. So habe dieser nicht nur außereheliche Affären gepflegt, sondern sei auch gegen die Mutter und den Sohn handgreiflich geworden.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gibt es keine Ansatzpunkte für eine eingeschränkte Schuldfähigkeit. Dies habe ein Gutachten bestätigt. Darin heißt es zwar, dass sich der Angeklagte aufgrund der drohenden Scheidung von seiner Frau, Arbeitslosigkeit und der erneuten Rückkehr ins ungeliebte Elternhaus in depressiver Stimmung befunden habe. Aber es könne nicht von einem manisch-depressiven oder gar schizophrenen Krankheitsbild gesprochen werden.

(ddp)

11.03.2010 - 20:01 Uhr | News-ID: 45600 | 20 Aufrufe

Schlagworte: Vermischtes Meldung Prozesse Vorschau Mord Malsch VOR Heidelberg

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