Vermischtes
Paritätischer Wohlfahrtsverband schließt Treberhilfe aus
11.03.2010 - 20:01 Uhr
Aufsichtsratschef Dane von Treberhilfe entlassen
Berlin (ddp-bln). Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin hat in der Affäre um die Berliner Treberhilfe Konsequenzen gezogen und den Verein aus seinem Verband ausgeschlossen. «Der Vorstand des Vereins hat eine Aufklärung des Geschäftsgebarens verhindert», sagte die Verbandsprecherin Elfi Witten am Donnerstag zur Begründung.
Die beiden Vereinsvorstände Christian Jäger und Carsten Lobbedey und Treberhilfe-Chef Harald Ehlert zeigten sich nach wie vor nicht einsichtig. Interne Kontrollmechanismen seien nicht befolgt worden. Zudem sei ihr Verhalten rufschädigend für die 645 Mitglieder des Verbandes und die gesamte Branche gewesen.
Nach dem Ausschluss der Treberhilfe wurde deren Aufsichtsratvorsitzender, Thomas Dane, abberufen, wie das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mitteilte. Dane ist gleichzeitig Vorstand des Diakonischen Werkes. Nach Angaben der Diakonie gab es einen entsprechenden Gesellschafterbeschluss der Gesellschafter Lobbedey, Jäger sowie Ehlert. Mit gleichem Schreiben sei Dane Hausverbot erteilt worden.
Ehlert war bundesweit in die Kritik geraten, weil er als Chef der gemeinnützigen Einrichtung jahrelang einen 114 000 Euro teuren Maserati als Dienstwagen fuhr. Zeitungsberichten zufolge soll er ein Monatsgehalt von 35 000 Euro beziehen. Seinen Mitarbeitern soll er nach Angaben der Opposition nur die Hälfte ihres Lohns gezahlt haben. Ehlert lässt mittlerweile die Ämter ruhen.
«Der Vorstand hätte prüfen müssen, wofür die Überschüsse der Treberhilfe ausgegeben werden», sagte Witten. Stattdessen hätten sie die Veröffentlichung eines externen Prüfberichtes verhindern wollen. In dem Bericht sollen nach Angaben des Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Dane gewisse Sachverhalte als «nicht nachvollziehbar» kritisiert worden sein.
Direkte Einbußen habe die Treberhilfe allein durch den Ausschluss allerdings nicht zu befürchten, sagte Witten. Zur Beantragung öffentlicher Mittel müsste der Verein nicht zwingend dem Verband angehören. Die Treberhilfe besteht aus einem Verein und einer gemeinnützigen GmbH, die weiterhin Mitglied der Diakonie ist. Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) hatte am Mittwoch angekündigt, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Sie begrüßte den Ausschluss der Treberhilfe durch den Wohlfahrtsverband.
Bluhm will am Montag (15. März) mit den Bezirken über die Zukunft der Treberhilfe beraten. Ziel des Treffens sei eine Verständigung darüber, wie die Arbeitsplätze und das Leistungsangebot der gemeinnützigen Gesellschaft erhalten werden könnten, sagte Bluhm im Berliner Abgeordnetenhaus.
Auch die Berliner Fraktionsparteien erhöhten am Donnerstag den Druck auf Treberhilfe-Chef Ehlert. So sagte die Grünen-Sozialexpertin Jasenka Villbrandt, Ehlert habe sich die eigenen Taschen «vollgestopft». Sein Finanzgebaren sei «schamlos». Linke-Fraktionschef Udo Wolf bezeichnete das Verhalten Ehlerts als «unfassbar dreist». «Offenkundig will er die Aufklärung seiner Geschäftspraxis massiv behindern, indem er Teile des Aufsichtsrats und der Öffentlichkeit einzuschüchtern versucht.»
Die Berliner CDU-Fraktion sieht eine Mitschuld beim Berliner Senat. Rot-Rot habe eine Mitverantwortung dafür, dass diese «ungeheure Selbstbedienung» so lange unerkannt und ohne Folgen geblieben sei, sagte CDU-Sozialexperte Gregor Hoffmann im Abgeordnetenhaus. Unter anderem sei eine Vielzahl an Trägern am Parlament vorbei finanziert worden.
(ddp)
11.03.2010 - 20:01 Uhr | News-ID: 45602 | 39 Aufrufe
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