Politik

Röttgen greift Gabriel wegen Asse-Äußerungen an

12.03.2010 - 20:46 Uhr

Der frühere Umweltminister hatte seinem Nachfolger eine Verzögerungstaktik vorgeworfen

Berlin/Hannover (ddp-nrd). Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat seinen Amtsvorgänger Sigmar Gabriel (SPD) wegen dessen jüngsten Äußerungen zum Atommülllager Asse scharf angegriffen. «Wer ein schrittweises Vorgehen bei der Stilllegung der Asse als Spiel auf Zeit diffamiert, handelt im höchsten Maße verantwortungslos», sagte Röttgen am Freitag.

Gabriel hatte am Donnerstag in Hannover den Verdacht geäußert, Röttgen verzögere die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beabsichtigte Bergung der radioaktiven Abfälle aus der Asse. Es gebe Signale, dass im Bundesumweltministerium «auf Zeit gespielt» werde.

Durch diese Äußerungen trage Gabriel nur dazu bei, die Menschen vor Ort zu verunsichern, sagte Röttgen. Das sei angesichts der gewaltigen Aufgabe der Asse-Schließung «zynisch».

Röttgen bekräftigte, bei der Stilllegung sei die vollständige Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Asse die «bevorzugte Variante». Voraussetzung sei aber, dass der Zustand der Fässer, die Stabilität der Grube und der Ausschluss eines weiteren Lösungszutritts eine Bergung möglich machten. Deshalb würden zunächst einige Einlagerungskammern geöffnet und einige Gebinde untersucht.

«Erst wenn wir wissen, in welchem Zustand die Abfälle sind, kann endgültig über die Stilllegung der Anlage entschieden werden», sagte Röttgen. Das schrittweise Vorgehen sei «alternativlos, verantwortungsvoll und dieser riesengroßen Herausforderung angemessen». Neben der Rückholung des Mülls hatte das BfS auch die Umlagerung der Abfälle in tiefere Schichten des Bergwerks sowie die Verfüllung der Grube mit Beton und Lauge geprüft.

(ddp)

12.03.2010 - 20:46 Uhr | News-ID: 45856 | 17 Aufrufe

Schlagworte: Politik Meldung Atom Atommüll Asse Röttgen Berlin

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