Vermischtes

Tatverdächtiger wieder auf freiem Fuß

13.03.2010 - 18:01 Uhr

Rückschlag für Polizei bei der Suche nach Tätern des Pokerturnier-Überfalls

Berlin (ddp-bln). Eine Woche nach dem Raubüberfall auf ein Pokerturnier in einem Luxushotel am Potsdamer Platz hat die Polizei bei der Suche nach den Tätern einen Rückschlag erlitten. Ein festgenommener Mann wurde am Samstag wieder auf freien Fuß gesetzt, wie die Polizei mitteilte. Ein Haftbefehl, den das Amtsgericht Tiergarten am Freitag wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen schweren Raub erlassen hatte, wurde wieder aufgehoben. Der dringende Tatverdacht gegen den Mann habe sich nicht bestätigt. Aus «ermittlungstaktischen Gründen» machten Polizei und Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben.

Einem von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht bestätigten Zeitungsbericht zufolge wurde der Mann, der am Freitagabend in Schöneberg festgenommen worden war, Opfer einer Verwechslung. Das berichtet die «Berliner Morgenpost» (Sonntagausgabe) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Mann habe in seinen stundenlangen Vernehmungen die Beteiligung an dem Überfall auf das Pokerturnier bestritten.

Der Mann war laut Bericht in seiner Wohnung von Beamten eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) festgenommen worden. Auf die Spur des Verdächtigen sei die Polizei durch Vergleiche von Fotos aus der Überwachungskamera des Hotels mit Bildern von einem Überfall auf das Casino in einem Hotel am Alexanderplatz im Februar 2004 gekommen. Dem Zeitungsbericht zufolge war der Festgenommene an diesem Überfall beteiligt und wurde sechs Monate später rechtskräftig zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Erst vor kurzem sei er entlassen worden.

Vier bewaffnete und maskierte Männer hatten am Samstag vor einer Woche Deutschlands größtes Pokerturnier überfallen und 242 000 Euro erbeutet. Dabei hatten sie unter den rund 400 anwesenden Teilnehmern eine Massenpanik ausgelöst, bei der mehrere Menschen leicht verletzt wurden. Zwei Tage nach dem Überfall hatte Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch gesagt, er gehe von einem schnellen Ermittlungserfolg aus. Die Chancen für die Aufklärung stünden nicht schlecht.

Unterdessen berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», dass das Pokerturnier in anderen Bundesländern unerwünscht gewesen sei. So habe die nordrhein-westfälische Aufsichtsbehörde eine Wiederholung des 2009 in Dortmund ausgetragenen Wettbewerbs verhindert. Auch in Niedersachsen habe das Innenministerium ein solches Turnier abgelehnt, weil es nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar sei.

Hintergrund ist dem Magazin zufolge, dass die European Poker Tour vom Internetanbieter «Pokerstars» gesponsert werde, der in Deutschland illegale Glücksspiele betreiben soll. Ein Teil der Kandidaten habe sich für das Turnier über illegale Spiele im Netz qualifiziert.

(ddp)

13.03.2010 - 18:01 Uhr | News-ID: 46019 | 15 Aufrufe

Schlagworte: Vermischtes Meldung Kriminalität bln vm Überfall Pokerturnier ZF2 Berlin

Aktualisierung dieser Meldung am 14.03.2010 - 16:01 Uhr

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