Kultur - UNESCO
UNESCO gibt grünes Licht für Brücke über den Mittelrhein
29.07.2010 - 19:32 Uhr
Kern: «Das ist ein ganz großer Durchbruch»
Mainz/Brasilia (ddp). Das UNESCO-Welterbekomitee hat auf seiner Sitzung in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia den Weg für den Bau einer Mittelrheinbrücke frei gemacht. «Die Brücke ist welterbeverträglich», sagten der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und Verkehrsminister Hendrik Hering (beide SPD) am Donnerstag in Mainz zu der Entscheidung. Nun könne für die Querung in der Nähe der Loreley Baurecht geschaffen werden. «Der Weg für den Bau einer Mittelrheinbrücke ist damit frei», sagten Beck und Hering. Auch der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal zeigte sich erfreut über die Nachrichten aus Brasilia. Auf Kritik stieß die Entscheidung der UNESCO bei den rheinland-pfälzischen Grünen.
Wie das Verkehrsministerium mitteilte, bestätigte das Komitee, das über die Stätten des Welterbes wacht, die Auffassung der Landesregierung, dass die Brücke am geplanten Standort zwischen St. Goar und St. Goarshausen visuell akzeptabel sei und damit dem Wert der Welterbestätte entspreche. «Das Welterbekomitee eröffnet damit einer der bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands eine eindeutige und moderne Entwicklungsperspektive», betonten Beck und Hering.
«Das ist ein ganz großer Durchbruch», sagte der Vorsitzende des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal und Landrat des Rhein-Lahn-Kreise, Günter Kern (SPD), auf ddp-Anfrage. Die lange Arbeit für eine bessere Infrastruktur sei belohnt worden. Jetzt müssten schnell die nächsten Planungsschritte angegangen werden.
Die rheinland-pfälzischen Grünen sprachen sich erneut gegen eine Rheinquerung aus. «Ich bin natürlich enttäuscht, dass die Planungen weiter gehen dürfen», sagte Grünen-Vorstandssprecherin Eveline Lemke. Die Grünen würden nun im Planungsverfahren ihre Einwände deutlich machen. Außerdem seien die Brückenpläne ein Thema, mit dem die Partei Wahlkampf vor der Landtagswahl im März nächsten Jahres machen werde. Eine Brücke sei keine Lösung für die Menschen im Rheintal. So würden die für diesen Rheinabschnitt typischen Fähren verschwinden. Auch hätte eine Querung nach Auffassung der Grünen ein steigendes Verkehrsaufkommen zur Folge.
(ddp)
29.07.2010 - 19:32 Uhr | News-ID: 70269 | 42 Aufrufe
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