Vermischtes - Medien

«Bild» widerspricht Wohlfahrtsverband wegen «Hartz IV»-Bericht

22.01.2010 - 17:46 Uhr

Der Vorwurf des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sei grob irreführend

Berlin (ddp). Die «Bild»-Zeitung wehrt sich gegen Vorwürfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes wegen eines Berichts über «Hartz IV»-Bezieher. Dieser sei basierend auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und Berechnungen des Bundes der Steuerzahler «sachlich und korrekt», sagte ein «Bild»-Sprecher am Freitag auf ddp-Anfrage.

Der Verband hatte zuvor mitgeteilt, die «Bild»-Berechnungen unter der Überschrift «Macht ´Hartz IV´ faul?» am 22. Januar seien allesamt falsch und in der deutlichen Absicht manipuliert, Stimmung gegen «Hartz IV»-Bezieher zu machen. Bei den Vergleichsrechnungen zwischen dem verfügbaren Einkommen von Familien im «Hartz IV»-Bezug und Haushalten von Geringverdienern seien wichtige Einkommensquellen systematisch unterschlagen worden. Das Wohngeld und der Kinderzuschlag seien in allen Fällen ignoriert worden, obwohl sie den Arbeitnehmerfamilien zustünden.

«Wer ´Aufstockung´ mit Arbeitslosengeld II beantragt, darf Wohngeld beziehungsweise Kinderzuschlag nicht mehr beantragen. Das eine schließt das andere aus», sagte der «Bild»-Sprecher. Der Vorwurf des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sei grob irreführend, «Bild» habe keine wichtigen Einkommensquellen unterschlagen.

Der Hauptgeschäftsführer des Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, hatte dem Blatt «verantwortungslose Stimmungsmache mit falschen Fakten» und «schlampigen Journalismus» vorgeworfen. Der Verband hat den Deutschen Presserat aufgefordert, sich der Angelegenheit anzunehmen. In der aktuell aufgeheizten Debatte werde «mit solchen Falschinformationen Politik gemacht. ´Bild´ muss deshalb eine Richtigstellung vornehmen», forderte Schneider.

(ddp)

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