Kultur
40 Sterne für «Boulevard der Stars»
11.05.2010 - 14:46 Uhr
Jury gab die Namen bekannt - Eröffnung am 10. September am Potsdamer Platz
Berlin (ddp-bln). Der geplante «Boulevard der Stars» nimmt Konturen an: Inspiriert vom weltbekannten «Hollywood Walk of Fame» soll der neue touristische Anziehungspunkt am 10. September am Potsdamer Platz eingeweiht werden. Größen des deutschsprachigen Kinos und Fernsehens werden dort künftig mit Sternen gewürdigt.
Zur Eröffnung werden in Anwesenheit zahlreicher Geehrter die ersten 40 Sterne eingeweiht, wie der Jury-Sprecher und frühere Direktor des Filmmuseums Berlin, Hans Helmut Prinzler, am Dienstag in Berlin sagte. Damit würden 100 Jahre deutsches Kino, die Geschichte und ein bisschen seine Gegenwart sowie die Fernsehentwicklung widergespiegelt, ergänzte der Direktor der Berlinale, Dieter Kosslick.
Zum Kreis der Auserwählten gehören unter anderen die Regisseure Rainer Maria Fassbinder, Wolfgang Petersen, Konrad Wolf, Fritz Lang, Dominik Graf, Wim Wenders, Werner Herzog und Margarethe von Trotta, die Schauspielerinnen Romy Schneider, Hanna Schygulla, Angelica Domröse, Hildegard Knef und Corinna Harfouch, die Schauspieler Götz George, Bruno Ganz, Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf, die Autoren Vicco von Bülow, Billy Wilder und Wolfgang Kohlhaase, Kameramann Michael Ballhaus, Produzent Artur Brauner, Komponist Klaus Doldinger und Entertainer Helga Hahnemann und Hans-Joachim Kulenkampff.
Prinzler sagte: «Bei der Bandbreite der Namen wurde versucht, das Verhältnis Ost und West wie auch Film und Fernsehen zu beachten.» Zudem sei die Jury nicht nur auf Schauspieler fokussiert, sondern auch auf Professionelle hinter der Kamera und bei der Produktion der Filme. Die Jury verwies darauf, dass die Liste, darunter 14 bereits verstorbene Künstler, keine Rangfolge darstelle. Der älteste Stern gehört dem Filmpionier Max Skladanowski, dessen erste bewegte Bilder 1895 im Wintergarten liefen, der jüngste der Regisseurin und Autorin Doris Dörrie, Jahrgang 1955. Der erste Stern war bereits anlässlich der 60. Berlinale im Februar der Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) gewidmet worden.
Nach Jury-Angaben hatten elf Institutionen insgesamt mehr als 300 Namen aus der deutschen Film- und Fernsehgeschichte eingereicht. Prinzler sagte, «die Liste hat unendlich viele Defizite, viele bekannte Namen fehlen darauf.» Als Beispiele wurden unter anderen Regisseur Volker Schlöndorff, der als erster Deutscher für seinen Film «Blechtrommel» einen Oscar bekam, und der Regisseur und Schauspieler Helmut Käutner genannt.
Die Jury kündigte an, dass jedes Jahr im Sommer zehn neue Sterne in den Boden eingelassen werden. Dort sei noch viel Platz. Mit dem Land Berlin bestehe ein Vertrag über 15 Jahre.
Der «Boulevard der Stars» entsteht auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße. In einen «roten Teppich» aus Asphalt werden Messingsterne mit den Namen, Lebensdaten und Autogrammen der Geehrten eingelassen. Die Gesamtkosten bis zur Eröffnung werden mit einer Million Euro beziffert.
(ddp)
11.05.2010 - 14:46 Uhr | News-ID: 57575 | 107 Aufrufe
Schlagworte: Kultur Meldung Film bln ku Boulevard der Stars ZF1 Berlin






