Politik - Extremismus
Anklage gegen Rädelsführer der Mai-Krawalle in Dortmund erhoben
09.03.2010 - 17:16 Uhr
Zwei Neonazis wird Landfriedensbruch vorgeworfen
Dortmund (ddp-nrw). Nach den von Neonazis angezettelten Krawallen vom 1. Mai 2009 in Dortmund ist Anklage gegen zwei mutmaßliche Rädelsführer erhoben worden. Den beiden 24 und 26 Jahre alten Dortmundern wird Landfriedensbruch vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Dortmund am Dienstag mitteilte. Nach Auswertung von Videoaufnahmen habe sich ein Tatverdacht gegen die beiden Männer ergeben, hieß es.
Dem 26-Jährigen wird vorgeworfen, die unangemeldete Versammlung der Rechtsextremisten am Dortmunder Hauptbahnhof organisiert und die Gruppe zum Aufbruch angetrieben zu haben. Durch Handzeichen soll er die Teilnehmer dann zu Gewalttätigkeiten animiert haben. Dem 24-Jährigen wird zur Last gelegt, die Gruppe durch Zeichen und Pfiffe zusammengehalten und Nachzügler eingewiesen zu haben. Zudem trug er eine Fahne, um die sich die Gruppe versammelte.
Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft wird den beiden Männern keine konkrete Gewalttat zur Last gelegt. Vor allem der 26-Jährige gilt aber als «Schlüsselfigur» der Krawalle. Die Video-Aufnahmen belegten, dass der Angriff keine spontane Aktion gewesen sei, hieß es. Wann es zu einem Prozess vom dem Schöffengericht Dortmund kommt, ist derzeit noch unklar.
Rund 300 Rechtsextremisten hatten am 1. Mai eine Mai-Kundgebung des DGB in Dortmund gestört. Vermummte Personen griffen nach Polizeiangaben mit Holzstangen und Steinen Kundgebungsteilnehmer an. Fünf Polizisten wurden verletzt, sieben Einsatzfahrzeuge beschädigt.
Im Zuge der Ermittlungen wurden bereits andere Rechtsextremisten vor allem wegen Körperverletzungsdelikten angeklagt. Zum Teil wurden die Angeschuldigten auch schon verurteilt.
(ddp)
09.03.2010 - 17:16 Uhr | News-ID: 45081 | 111 Aufrufe
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