Vermischtes - Medien

Behörden verlangen immer häufiger Nutzer-Daten von Google

25.10.2011 - 20:32 Uhr

Mehr als 1.000 Anfragen aus Deutschland allein im ersten Halbjahr dieses Jahres

Berlin (dapd). Deutsche Behörden verlangen offensichtlich immer öfter, dass der Internet-Konzern Google ihnen Informationen über seine Nutzer verrät. Wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des US-Unternehmens hervorgeht, forderten deutsche Behörden Google allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1.060 Mal auf, diese Daten etwa für laufende Ermittlungen preiszugeben.

Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2010 sei die Zahl der Anfragen aus Deutschland damit um 38 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht. Der Konzern erklärte zudem, zuletzt in fast sieben von zehn Fällen verpflichtet gewesen zu sein, tatsächlich Daten über seine Nutzer an die Behörden weiter zu reichen. Davon betroffen gewesen seien auch Profile von Googles Video-Plattform YouTube.

Google zeigte in dem Bericht Verständnis für die steigende Zahl von Anfragen aus Deutschland: "Dieser Zuwachs überrascht nicht, weil wir jedes Jahr mehr Dienste am Start haben und mehr Nutzer verzeichnen."

Mit großem Abstand am häufigsten fragten Behörden aus den USA den Konzern nach Informationen über dessen Nutzer. Behörden aus den Vereinigten Staaten hätten von Januar bis Juni dieses Jahres knapp 6.000 Anfragen eingereicht. Mit 93 Prozent musste der Konzern in seinem Heimatland USA zudem dem größten Teil aller Anfragen folgen.

Während Google in vielen weiteren Ländern mehrere Dutzend bis einige Tausend Anfragen nach Nutzer-Daten stattgab, waren Nutzer in der Türkei und Russland offenbar vor staatlichem Zugriff geschützt: Der frei zugänglichen Statistik zufolge lehnte der Internet-Konzern dort seit Jahresbeginn konsequent alle Anfragen nach Nutzer-Daten ab.

(Google-"Transparency Report" [engl.]: http://url.dapd.de/4C6nxJ )

(dapd nachrichtenagentur)