Politik - Affären
Bischof Müller: Geistliche dürfen sich nicht einschüchtern lassen
05.05.2010 - 17:21 Uhr
Kritik an den Medien
Regenstauf (ddp-bay). Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat die katholischen Geistlichen aufgefordert, sich nicht durch die zahlreichen Berichte über Missbrauchsfälle «einschüchtern» zu lassen. Müller kritisierte am Mittwoch anlässlich eines Treffens mit rund 40 Kaplänen in Regenstauf, vier Monate lang sei es den Medien gelungen, das Thema Missbrauch mit der Kirche zu verbinden. Dabei falle der bewiesene statistische Anteil von Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 Prozent.
Müller fügte nach Angaben seines Bistums hinzu, in der Öffentlichkeit seien die Proportionen verschoben worden. Daran sehe man «eine Instrumentalisierung, um die Kirche zu diskreditieren».
Der Bischof betonte in einer Predigt im Katholischen Bildungshaus Schloss Spindlhof zugleich, der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sei mit dem priesterlichen Dienst unvereinbar. Respekt und Würde der Kinder müssten zu jeder Zeit gewahrt werden. Gleichzeitig solle sich aber jeder «vor einer Kollektivverurteilung des gesamten Priesterstandes und somit der katholischen Kirche verwahren».
Müller fügte hinzu, viele Priester seien verunsichert. Ein Geistlicher müsse den Menschen wohlwollend nahe sein und brauche «den Gestus des Berührens», denn Seelsorge finde nicht nur in Worten Ausdruck. Auch Jesus habe die Nähe zu den Menschen gesucht, um zu trösten oder zu segnen. Dabei dürften jedoch «selbstverständlich Grenzen nicht überschritten werden». Es gelte vielmehr, «eine innere Balance zu finden zwischen Nähe und Abstand, ohne dabei eine künstliche Distanz aufzubauen.
(ddp)
05.05.2010 - 17:21 Uhr | News-ID: 56533 | 165 Aufrufe
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