Vermischtes - Gesellschaft
Deutsche spenden trotz Wirtschaftskrise
24.12.2009 - 11:00 Uhr
«Einen unmittelbaren Effekt der Finanzkrise sehen wir nicht»
Berlin (ddp). Trotz der Wirtschaftskrise konnten sich viele wohltätige Organisationen in Deutschland in diesem Jahr über eine hohe Spendenbereitschaft freuen. Die Kinderhilfsorganisation UNICEF rechnet mit einem Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. «Einen unmittelbaren Effekt der Finanzkrise sehen wir nicht», sagte Sprecher Rudi Tarneden bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur ddp. In Deutschland würden 30 bis 40 Prozent der Bürger spenden, dieser Anteil bleibe konstant. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hatte 2008 aus Spenden 52 Millionen Euro eingenommen, der Verkauf von Grußkarten brachte zusätzlich 16,4 Millionen Euro.
Die Organisation «Ärzte ohne Grenzen» rechnet laut Sprecherin Claudia Evers sogar damit, das Vorjahresergebnis von rund 44 Millionen Euro leicht zu übertreffen.
Auch Brot für die Welt lag Ende November eine Million Euro über dem Ergebnis der ersten elf Monate 2008. «Es ist ein sehr positives Signal für uns, dass es trotz der Finanzkrise bei uns als evangelischem Hilfswerk einen Anstieg zu verzeichnen gibt», sagte Sprecher Rainer Lang. Dafür seien die Spenden für die Katastrophenhilfe der Diakonie in diesem Jahr deutlich zurückgegangen.
Auf Jahressicht erwartet Caritas International eine Spendensumme auf dem Niveau von 2008, abzüglich der damals eingegangenen Spenden für Großkatastrophen wie das Erdbeben in China. Vergleichbar «medienwirksame» Ereignisse habe es in diesem Jahr nicht gegeben, sagte Sprecherin Christine Decker. Zudem stagniere der deutsche Spendenmarkt auf hohem Niveau.
Auch Simone Pott von der Welthungerhilfe wies darauf hin, dass 2008 ein besonders gutes Spendenjahr war. Ob ihre Organisation das Ergebnis von 37,1 Millionen Euro wieder erreicht könne, sei eher unwahrscheinlich. «Die Wirtschaftskrise ist 2009 angekommen», sagte sie. Vor allem Spenden von Unternehmen hätten abgenommen. Daher werde das Jahresergebnis eher die Höhe von 2006 und 2007, also rund 32 bis 34 Millionen Euro, erreichen, so Pott.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erwartet ebenfalls einen leichten Spendenrückgang. Gemessen an dem «sehr hohen» Aufkommen im Vorjahr sei dieses Minus aber nicht besorgniserregend, sagte Sprecher Dawid D. Bartelt. Er erwarte, dass die Spendenbereitschaft im nächsten Jahr wieder zunehme.
(ddp)
26.02 2010 | Wenn es nicht passt, wird es passend gemacht - Kommentar von Bernd Malmberg
25.01 2010 | Österreich: Spendentag für Haiti endet mit Benefizaben..
23.01 2010 | Kundus-Spendenskandal weitet sich aus
11.03 2010 | Umfrage: Katholiken bleiben trotz Missbrauchsfällen Ki..
10.03 2010 | Studie: Migranten vermissen Chancengleichheit bei der ..
10.03 2010 | Studie: Immer mehr Amerikaner sind Millionäre
09.03 2010 | Bangladesch: Lehrerin verprügelt acht Schüler wegen ve..
09.03 2010 | Indisches Oberhaus stimmt Frauenquote im Parlament zu
09.03 2010 | Statistik: Jeder Zweite shoppt über das Internet
08.03 2010 | Kultusminister: Schüler sollen sich gegen Extremismus ..
24.12.2009 - 11:00 Uhr | News-ID: 29869 | 16 Aufrufe
Schlagworte: Vermischtes Meldung Gesellschaft Spenden Umfrage Berlin







