Politik
Grüne: Viel mehr mittelradioaktiver Müll in der Asse als vermutet
15.06.2010 - 13:16 Uhr
«Die Unsicherheit über das tatsächliche radioaktive Inventar der Asse ist bis heute groß»
Hannover (ddp). Im niedersächsischen Atommülllager Asse liegen nach Angaben der Grünen zehnmal mehr mittelradioaktive Abfälle als bislang angenommen. Rund 14 000 Fässer mit angeblich schwach aktivem Müll enthielten tatsächlich mittelradioaktive Abfälle aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten Zwischenbericht der Grünen im niedersächsischen Landtag zum Asse-Untersuchungsausschuss des Parlamentes.
Demnach wurden diese 14 000 Fässer nach einer dicken Ummantelung mit Blei zu schwach aktiven Abfällen deklariert. Offiziell war bislang von etwa 1300 Gebinden mit mittelradioaktivem Müll in der Asse die Rede. «Die Unsicherheit über das tatsächliche radioaktive Inventar der Asse ist bis heute groß», erklärten die Grünen. Sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als auch eine Arbeitsgruppe des Bundesforschungsministeriums überprüfen das eingelagerte radioaktive Material derzeit aufgrund der vorliegenden Begleitpapiere. Bislang liegen aber noch keine Ergebnisse vor.
Der im vergangenen Jahr eingerichtete Untersuchungsausschuss des Landtags soll die Versäumnisse, Pannen und Verantwortlichkeiten im Atommülllager aufklären. Bislang hat das Kontrollgremium etwa 50-mal getagt und ebenso viele Zeugen gehört.
(ddp)
15.06.2010 - 13:16 Uhr | News-ID: 63332 | 123 Aufrufe
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