Politik

Jüdische Gemeinde besorgt über antisemitischen Angriff in Wedding

29.03.2010 - 18:31 Uhr

Polizei hat bereits vier Tatverdächtige festgenommen

Berlin (ddp-bln). Die Jüdische Gemeinde hat sich besorgt über einen antisemitischen Angriff in Wedding geäußert. Dabei waren am Samstag ein Mann und zwei Frauen von einer Gruppe Jugendlicher attackiert und verletzt worden. Nach Angaben der Gemeinde wurden sie von einem «südländisch» aussehenden Mann zunächst gefragt, ob sie Juden seien. Als die jungen Leute dies bejahten, holte er weitere Bekannte dazu. Am U-Bahnhof Güntzelstraße schlugen sie dem jungen Mann eine Flasche über den Kopf und den Frauen ins Gesicht. Die Täter flüchteten. Der Staatsschutz ermittelt.

Die Zunahme tätlicher Gewalt im öffentlichen Raum, die von «jugendlichen Schlägergruppen» ausgehe, sei «allgemein beängstigend», sagte am Montag eine Sprecherin der Gemeinde. Dass die gegen vermeintliche oder tatsächliche Juden gerichtete Gewalt immer häufiger von Jugendlichen aus dem Zuwandererkreis ausgehe, sei ein weiteres «Alarmsignal». Es sei «dringend nötig, die Ursachen und Auswirkungen von Antisemitismus, besonders unter jungen Türken und Arabern, endlich konkret zu erfassen und ihnen mit aller Kraft entgegenzusteuern», forderte die Sprecherin.

Nach Polizeiangaben hatten bis zu 18 Jugendliche die drei Personen angegriffen. Zunächst attackierten zwei 16-Jährige nach einem Streit am Leopoldplatz einen 38-Jährigen. Als zwei Frauen dem Mann zu Hilfe eilten, entfernten sich die beiden und kehrten kurz darauf mit einer Gruppe von Jugendlichen zurück. Der Mann und die beiden Frauen wurden getreten und geschlagen. Beim Eintreffen der Polizei flüchteten die Jugendlichen. Vier Tatverdächtige im Alter von 15, 16 und 19 Jahren konnten jedoch festgenommen werden.

(ddp)

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