Politik
Lauterbach: Private Vorsorge in der Pflegeversicherung unethisch
27.11.2009 - 06:31 Uhr
Bessere ärztliche Versorgung angemahnt
Berlin (ddp). Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert die Pläne der Koalition für eine private Zusatzvorsorge in der Pflegeversicherung als unethisch und ökonomisch unsinnig kritisiert. Die älteren Menschen müssten heute zum Teil eine miserable Pflegequalität hinnehmen, weil das System chronisch unterfinanziert sei, sagte Lauterbach der «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. «Und da sollen wir eine bürokratische Kapitaldeckung aufbauen und das Geld an den Börsen verzocken?», fragte er.
Der Gesundheitsexperte betonte, die Kostensteigerung in der Pflegeversicherung durch die Alterung der Gesellschaft lasse sich am besten durch eine sehr gute Behandlung der Volkskrankheiten begrenzen. Das höchste Risiko, einmal pflegebedürftig zu werden, sei schlecht behandelter Bluthochdruck. In diesem Fall steige das Demenzrisiko auf mehr als das Doppelte. «Aber bei uns wird nur jeder vierte Patient in der Altersgruppe zwischen 40 und 60 Jahren, der unter Bluthochdruck leidet, angemessen versorgt», sagte Lauterbach. «Man kann mit einer Verbesserung dieser Situation langfristig mehr Geld sparen als mit allen Vorschlägen zu einem Kapitalstock.»
(ddp)
27.11.2009 - 06:31 Uhr | News-ID: 24564 | 112 Aufrufe
Schlagworte: Politik Meldung Soziales Pflege Lauterbach Berlin







