Wirtschaft

Lloyd Werft will neue Geschäftsfelder erschließen

06.12.2011 - 15:03 Uhr

"Wir starten nicht bei Null"

Bremerhaven (dapd). Die Lloyd Werft will an ihrem Stammsitz in Bremerhaven neue Geschäftsfelder erschließen. Im Offshore-Markt und im Jachtbau wolle das Unternehmen mit zwei eigenen Gesellschaften Fuß fassen und den Gesamtbetrieb breiter aufstellen, sagte Geschäftsführer Rüdiger Pallentin am Dienstag. Er widersprach damit Meldungen über eine angeblich geplanten Zerschlagung die Werft. Auch Gesellschafter Dieter Petram betonte, man setze auf die Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze. Auch Neueinstellungen seien möglich.

Der zweite Geschäftsführer der 1857 gegründeten Reparatur- und Umbauwerft Carsten Haake sprach von einem schwierigen Markt, in dem man sich mit dem Schiffbau und den Reparaturen befinde. Die Reedereien ließen nur das Nötigste an Schiffen reparieren. Deshalb müsse sich die Lloyd Werft nach anderen Geschäftsfeldern umzusehen.

"Wir starten nicht bei Null", sagte Haake. Für den Offshore-Bereich seien bereits Projekte zum Bau von Umspannwerken für Windparks begonnen worden. Im Jachtbereich liefen Gespräche mit möglichen Partnern. Das Gesamtkonzept bedarf aber noch der Zustimmung des Landes Bremen, das ebenfalls Gesellschafter ist.

Über die nötigen Umstrukturierung führt die Unternehmensspitze seit einem halben Jahr mit Betriebsrat und Gewerkschaft Gespräche. Nach Angaben von Geschäftsführer Pallentin ist dabei ein Problem, dass im Werft- und im Offshore-Bereich unterschiedliche Tarifverträge gelten. Entstehende Nachteile für Lloyd-Werft-Mitarbeiter sollten über eine zehnprozentige Mitarbeiterbeteiligung abgefedert werden, sagte er. Auf der Werft sind derzeit über 400 Mitarbeiter tätig.

(dapd nachrichtenagentur)