Politik
Mazowiecki warnt vor Berufung Steinbachs
30.11.2009 - 07:33 Uhr
82-Jährige wird mit dem Viadrina-Preis 2009 ausgezeichnet
Frankfurt (Oder) (ddp). Der frühere polnische Regierungschef Tadeusz Mazowiecki hat vor den möglichen Folgen einer Berufung der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, in den Rat der Stiftung «Flucht, Vertreibung, Versöhnung» gewarnt. «Die Entscheidung ist eine Angelegenheit der Deutschen. Aber sie müssen etwas dabei berücksichtigen: Für die Beziehungen zu anderen Ländern ist es sehr wichtig, dass man deren Empfindungen gegenüber dem eigenen Handeln wahrnimmt», sagte Mazowiecki der «Märkischen Oderzeitung» (Montagausgabe). Von Polen würde die Berufung von Frau Steinbach in die Stiftung nicht gut aufgenommen.
Der 82-Jährige wird am Montag mit dem Viadrina-Preis 2009 der Europa-Universität Frankfurt (Oder) seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung geehrt. Mazowiecki war 1989 zum ersten nichtkommunistischen Regierungschef Polens seit Ende des Zweiten Weltkriegs gewählt worden. In seiner Amtszeit habe er sich unter anderem mit der Verhandlung des Deutsch-Polnischen Grenzvertrages 1990 verdient gemacht.
(ddp)
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