Politik - Terrorismus

Merkel zeigt Verständnis für Kritik

04.05.2011 - 16:32 Uhr

Nach Äußerung zum Tod bin Ladens - Seibert weist auf vollständiges Statement hin

Berlin (dapd). Nach der umstrittenen Äußerung zum Tod des Al-Kaida-Terroristen Osama bin Laden ist Kanzlerin Angela Merkel auf ihre Kritiker zugegangen. Merkel habe Verständnis dafür, dass der Satz, sie freue sich über den Tod bin Ladens, von einigen Menschen als unpassend empfunden werde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Man dürfe die Äußerung aber nicht isoliert von ihrem gesamten Statement betrachten. Merkel habe das tausendfache Leid vor Augen gehabt, das bin Laden Menschen zugefügt habe.

"Wer die Bundeskanzlerin kennt und ihr politisches Wirken seit Jahren verfolgt, der weiß, dass nicht dieser isolierte Satz zu sehen ist, sondern dass man auch auf den Gesamtzusammenhang ihrer Äußerungen am Montag schauen muss", sagte Seibert. So habe Merkel gleich zu Anfang des Statements davon gesprochen, dass bin Laden nun keine weiteren Anschläge mehr in Auftrag geben könne.

Auch in dem Telegramm an US-Präsident Barack Obama habe Merkel geschrieben, dass ihre Gedanken gleich nach dem Erhalt der Nachricht "zu den Angehörigen der vielen tausend Opfer dieses Mannes gegangen sind", sagte Seibert. Dieses Leid habe ihr klar vor Augen gestanden, "und das war auch das Motiv ihrer Freude".

"Dieser Gedanke, dieser Gedanke der Erleichterung und auch der Freude, der stand der Bundeskanzlerin den ganzen Montag vor Augen. Vor diesem Zusammenhang ist die Äußerung zu sehen, die sie gemacht hat", sagte Seibert. In diesem Zusammenhang würden "ihre wahren Gefühle vielleicht doch klarer, als wenn man es auf diesen einen reduzierten, isolierten Satz zuspitzt".

CDU-Chefin Merkel hatte am Montag unter anderem erklärt, sie freue sich darüber, "dass es gelungen ist, bin Laden zu töten."

(dapd nachrichtenagentur)