Wirtschaft

Nord Stream sichert sich Bankenfinanzierung

16.03.2010 - 21:33 Uhr

Kreditvertrag mit 26 Banken über 3,9 Milliarden Euro unterzeichnet

London (ddp-nrd). Das Konsortium Nord Stream hat sich milliardenschwere Finanzmittel für den Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream gesichert. Der Kreditvertrag mit 26 Banken über 3,9 Milliarden Euro sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte Nord Stream mit. Insgesamt werden die Investitionen für die 1220 Kilometer lange Pipeline auf 7,4 Milliarden Euro veranschlagt.

Mit dem Abschluss der ersten Finanzierungsphase sei der Weg bereitet für den geplanten Baubeginn des ersten Pipelinestrangs im April. Die Nord-Stream-Anteilseigner tragen den Angaben zufolge 30 Prozent der Projektkosten - jeweils in Höhe ihrer Beteiligung an dem Konsortium. 70 Prozent werden von Banken und Exportkreditagenturen finanziert.

Über Exportkreditgarantien von Deutschland (Hermes), Italien (SACE) sowie über Garantien der Bundesrepublik Deutschland für ungebundene Finanzkredite (UFK) werde der Kredit nun mit etwa 3,1 Milliarden Euro gesichert. Zusätzlich werde ein syndizierter Kredit ohne Bürgschaft in Höhe von bis zu 800 Millionen Euro bereitgestellt.

Nord Stream plane die zweite Finanzierungsphase noch für 2010. Im zweiten Halbjahr 2010 werde das Konsortium versuchen, sich weitere 2,5 Milliarden Euro an Finanzmitteln zu sichern, sagte Nord-Stream-Finanzdirektor Paul Corcoran.

Bedenken, dass der Baubeginn der Ostsee-Pipeline wegen der Verzögerungen bei der Erschließung des russischen Shtokman-Gasfelds verschoben werden könnte, wies Gazprom-Finanzchef Andrey Kruglov zurück. Es gebe genügend russisches Gas, um die Pipeline zu füllen, sagte er der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Der russische Energiekonzern Gazprom hält 51 Prozent an dem Projekt, das jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportieren soll. E.ON Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall halten derzeit je 20 Prozent an Nord Stream. Die restlichen 9 Prozent gehören dem niederländischen Gasunternehmen Nederlandse Gasunie NV. Zudem verhandelt die französische GDF Suez SA über einen Einstieg.

(ddp)

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