Vermischtes - Parteien
Politischer Aschermittwoch
22.02.2012 - 14:06 Uhr
Über den Umgang miteinander
Glosse von Elke Beiderwellen
Überall (OPEN REPORT-ebb). Nun dreschen sie wieder aufeinander ein, die Politgrößen der verschiedenen Parteien, anstatt einmal reuevoll in sich zu gehen und sich zu fragen, was man selber hätte besser machen können, wird der «schwarze Peter» mit Vehemenz den anderen zugespielt.
Da wird noch einmal kräftig auf den bereits geschlagenen Christian Wulff eingedroschen, ohne zu hinterfragen, mit welchem Genuss man ihn zur Schlachtbank geführt hat.
Aschermittwoch dient der Buße, der eigenen und nicht der der anderen, aber wir sind zu einer richtigen «Verschiebekultur» geworden. Positives schreiben wir uns gerne selber auf den Deckel, Negatives, vor allen Dingen negative Folgen, auch unseres eigenen Handelns, werden dem Gegner in die Schuhe geschoben. So entsteht ein endloser Ringelreihen, bei dem jeder Schuld und Verantwortung weiter gibt.
Wenn ich einen unserer großen Propheten frei zitiere, der da meinte: «Entferne erst einmal den Balken aus deinem Auge, bevor du den Splitter aus dem Auge deines Nächsten entfernst!», so wird «augenfällig», dass wir uns nur noch bevorzugt um Splitter kümmern.
Gauck ist noch gar nicht im Amt, da wird schon jede seiner Taten, jedes seiner Worte auf die Goldwaage gelegt. Aber wie ich immer schon meinte: Die größten Sünder werfen die größten Steine! Man sollte öfter einmal die Bibel zur Hand nehmen, fällt mir da gerade auf, wenn schon nicht aus religiösen Gründen, sondern aus ethisch-moralischen. Aschermittwoch, der religiöse Sinn, Asche auf sein EIGENES Haupt zu streuen, gehört wahrhaftig in alttestamentarische Zeit.
Da ich gerade bei der Religion bin-gestern sind tausende von Afghanen auf die Straße gegangen und haben lautstark gegen die Verbrennung der Korane durch amerikanische Soldaten protestiert, deren General sich dann auch gleich für die «unsachgemäße Entsorgung religiösen Materials» entschuldigte, als handelte es sich um eine Art von Sondermüll.
Dabei kann man in Bibel, Thora oder Koran allerhand erbauliches finden und sogar den einen oder anderen Wegweiser, selbst in unserer hektisch-technisierten Welt-doch ich gerate ins Predigen.
Seehofer will sich bei seiner Aschermittwochschelte zurück halten, da er zur Zeit kommissarisch die Funktion des Bundespräsidenten übernommen hat und Polemik passt nicht zur Würde des Amtes, wobei sich mir die Frage aufdrängt, ob man erst ein Amt inne haben muss, um auf Polemik zu verzichten, oder reicht es einfach nur aus, ein Mensch zu sein?
Vielleicht ist es das, was wir wieder lernen müssen.
Nicht nur Respekt vor dem Amte oder der Stellung, sondern Respekt vor dem Menschen.
«Die Würde des Menschen ist unantastbar» - diesmal kein Bibelzitat, sondern schlicht und ergreifend Paragraph I unseres Grundgesetzes, dessen «Väter» sich bestimmt etwas dabei gedacht haben, sonst hätten sie diesen Grundsatz nicht an die erste Stelle gesetzt.
Es müssen gute Menschenkenner gewesen sein!
22.02.2012 - 14:06 Uhr | News-ID: 160935 | 77 Aufrufe
Schlagworte: Wulff Gauck Seehofer Bibel Koran Thora Kultur Glosse Parteien Manieren









