Vermischtes - Prozesse

Prozess gegen Vater des Amokschützen Tim K. nicht vor Herbst

11.02.2010 - 15:18 Uhr

Staatsanwaltschaft: «Für uns war wichtig, dass keine Punkte offenbleiben»

Stuttgart (ddp-bwb). Der Prozess gegen den Vater des Amokschützen von Winnenden wird voraussichtlich nicht vor Herbst 2010 beginnen. Derzeit werde noch geprüft, ob eine Jugendschutzkammer das Verfahren durchführe, sagte Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger am Donnerstag in Stuttgart. Eine solche Entscheidung diene dem speziellen Schutz der überlebenden Opfer des Amoklaufs vom 11. März 2009. Den jugendlichen Opfern solle nach Möglichkeit ein Auftritt vor Gericht erspart werden.

Laut Generalstaatsanwalt wird dem Angeklagten Jörg K. fahrlässige Tötung in 15 Fällen vorgeworfen, weil er die spätere Mordwaffe frei zugänglich im Kleiderschrank lagerte. «Allein der Verstoß gegen die Verwahrungsvorschrift bringt immer eine strafrechtliche Haftung dafür mit sich, was später mit dieser Waffe geschieht», erläuterte Pflieger. Darüber hinaus werde geprüft, ob die Eltern vor der Tat darauf hingewiesen worden seien, dass eine Gefahr von ihrem Sohn ausgehen könnte.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte anstelle eines schriftlichen Verfahrens ein Hauptverfahren durchgesetzt. Der Wunsch der Nebenkläger auf eine öffentliche Verhandlung habe dabei keine Rolle gespielt, sagte Pflieger. «Für uns war wichtig, dass keine Punkte offenbleiben», erläuterte er. Das Bedürfnis, darüber öffentlich zu sprechen, könne er persönlich aber verstehen.

Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März 2009 mit der Waffe seines Vaters bei einem Amoklauf 15 Menschen und schließlich sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.

(ddp)

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