Politik
Studie sieht Gesundheitsprämie positiv
28.06.2010 - 12:52 Uhr
Kopfpauschale würde Staat entlasten und wäre sozial gerecht
Berlin (ddp). Die Einführung der sogenannten Kopfpauschale wäre einer neuen Studie zufolge für den Staat deutlich billiger als der Status quo. Das ist das Ergebnis von Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die am Montag in Berlin vorgestellt wurden. Danach würde der Staat um 4,5 Milliarden Euro entlastet, wenn monatlich eine Gesundheitsprämie von 250 Euro pro Kopf gezahlt würde. Das Versicherungssystem bleibe dabei sozial gerecht, weil der Staat Menschen mit niedrigeren Einkommen einen Zuschuss in Form eines steuerfinanzierten Sozialausgleichs zahlen würde, betonte IW-Direktor Michael Hüther. Kinder wären in dem Modell beitragsfrei.
Nach den Berechnungen des Instituts müsste der Staat denjenigen einen Zuschuss zahlen, bei denen die Prämie 16,5 Prozent des Einkommens überschreitet. Dies betreffe 38 Prozent der Haushalte, für die 26,6 Milliarden Euro an Steuergeldern zur Unterstützung aufgewendet werden müssten. Zugleich erhöhe sich das zu versteuernde Einkommen derjenigen, die mit der Prämie weniger Beiträge als bisher zahlten. Der Staat erhielte damit 15,4 Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen. Für den sozialen Ausgleich blieben dem Staat somit Aufwendungen in Höhe von 11,2 Milliarden Euro. Derzeit zahle der Staat 15,7 Milliarden Euro in den Gesundheitsfonds ein. Die Kopfpauschale würde den Haushalt somit letztlich um 4,5 Milliarden Euro entlasten.
«Die Prämie ist keine Entsolidarisierung», betonte Hüther. Niemand würde schlechter gestellt als im Status quo, lediglich Haushalte mit Nebeneinkünften sollten künftig mehr belastet werden, da die Beitragslast nicht mehr «einseitig am Arbeitsentgelt» festgemacht werden soll.
(ddp)
28.06.2010 - 12:52 Uhr | News-ID: 65289 | 156 Aufrufe
Schlagworte: Politik Meldung Gesundheit Kopfpauschale IW Berlin









