Vermischtes - Natur

Wattenmeer-Anrainer beraten nachhaltigen Schutz der Naturregion

18.03.2010 - 18:16 Uhr

Deutschland übergibt Präsidentschaft an Dänemark

Westerland (ddp-nrd). Deutschland, Dänemark und die Niederlande als Anrainer des Wattenmeers wollen ihre Kooperation zum Schutz der einzigartigen Naturregion «auf neue Füße stellen». Dazu vereinbarten Regierungsvertreter der drei Länder am Donnerstag zum Abschluss ihrer 11. Trilateralen Wattenmeerkonferenz mit 130 internationalen Teilnehmern in Westerland auf Sylt unter anderem einen Managementplan für das gesamte Wattenmeer. So sollen unter anderem das Einschleppen fremder Tier- und Pflanzenarten etwa durch Ballastwasser von Schiffen sowie die Folgen des Klimawandels für das Ökosystem Wattenmeer entschieden angegangen werden.

«Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass das Wattenmeer bis zum Jahr 2030 eine CO2-freie Zone wird», sagte Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium zum Abschluss. Gerade jetzt, da große Teile des Wattenmeers von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden, sei ein effektiver Schutz eine noch größere Herausforderung. Heinen-Esser begrüßte es, dass sich Hamburg und Dänemark um eine Nachnominierung für das UNESCO-Prädikat bemühen wollen.

Zugleich betonte sie in Hinblick auf den Klimawandel, dass «geeignete Anpassungen der Schutzmaßnahmen für das Watt und die Menschen an der Küste überlebenswichtig» seien. «Wir stehen hier noch am Anfang», sagte Heinen-Esser auf Nachfrage von ddp. Einen ersten grundlegenden Schritt sollen Studien über die Küstenstruktur der deutschen Nordseeküste darstellen, «die wir sehr detailliert und nicht grobmaschig vornehmen werden». Dadurch sollen unter anderem die Anforderungen für den Deichbau, aber auch für Pilotprojekte im Küstenschutz geprüft werden.

Dänemarks Umweltministerin Karen Ellemann bezeichnete die Gespräche als «sehr fruchtbar und freundschaftlich». Wie die übrigen Teilnehmer unterstrich die niederländische Ministerin für Natur, Gerda Verburg, eine ausgewogene Balance zwischen Natur und Wirtschaft sei für die Fortentwicklung des Wattenmeer-Schutzes entscheidend.

Während der Sylter Konferenz wurden das erneuerte Gründungsdokument für die Kooperation und ein neues Verwaltungsübereinkommen für das Gemeinsame Wattenmeer-Sekretariat gezeichnet. Ein neu gegründeter Wattenmeerausschuss soll die strategische Führung der Wattenmeer-Zusammenarbeit übernehmen. In ihm sitzen zukünftig Repräsentanten der drei Regierungen - für Deutschland sind dies die Wattenmeer-Bundesländer - sowie jeweils zwei Vertreter der Naturschutzverbände und des Wattenmeerforums, eines Zusammenschlusses verschiedener Interessengruppen aus der Wattenmeerregion.

Mit Blick auf Proteste der «Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager» vor dem Tagungsort sagte Schleswig-Holsteins Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU): «Wir müssen die Menschen und die Naturschutzverbände an der Küste bei allen Beratungen mitnehmen.» Die Bürgerinitiative protestierte mit Plakaten und Flugblättern gegen die Errichtung von Endlagern in den Kreisen Nordfriesland und Ostholstein und überreichte Heinen-Esser eine entsprechende Resolution.

Mit Abschluss der Tagung ging die seit 2006 bestehende deutsche Präsidentschaft an die Nachbarn in Dänemark über.

(ddp)

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