Politik - Affären
Weitere Heimkinder berichten über Misshandlungen durch Mixa
03.04.2010 - 12:31 Uhr
Schläge und körperliche Züchtigungen
München/Schrobenhausen (ddp-bay). Die Misshandlungsvorwürfe gegenüber dem Augsburger Bischof Walter Mixa nehmen zu. Inzwischen meldeten sich zwei weitere frühere Heimkinder von Schrobenhausen, wo Mixa als Stadtpfarrer eingesetzt war, und berichteten von Schlägen und körperlichen Züchtigungen durch den Geistlichen. Ein 40-jähriger Mann aus dem Rosenheimer Raum, der von Mixa in der Grundschule unterrichtet worden war, sagte dem in Ingolstadt erscheinenden «Donaukurier» (Samstagausgabe): «Mixa war nicht nett, er hat uns an den Haaren und den Ohren gezogen.» Er sei ganz anders gewesen, als der Augsburger Bischof sich in den Medien darstelle, behauptete der Mann. Es sei Zeit, dass die Dinge ans Licht kämen.
Ein weiterer, in Innsbruck lebender Mann sagte dem Blatt, von Mixa geschlagen worden zu sein, nachdem er aus dem Heim abgehauen gewesen sei. Als die Polizei ihn zurückgebracht habe, habe er sich «vom damaligen Stadtpfarrer Mixa» wortlos eine gefangen. Er habe mit Mixa darüber reden wollen, warum er durchgebrannt gewesen sei. Jahre später habe er im Fernsehen verfolgt, wie Mixa Bischof wurde und in Interviews sagte, wie wichtig ihm das Gespräch mit den Jugendlichen sei. «Mir wurde damals so ein Gespräch verweigert», sagt der Mann.
Mixa hatte die Beschuldigungen von sechs anderen ehemaligen Bewohnern des Kinder- und Jugendhilfezentrums St. Josef in Schrobenhausen wiederholt strikt zurückgewiesen. «Ich versichere nochmals, dass ich zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe», hieß es in einer persönlichen Erklärung Mixas.
(ddp)
03.04.2010 - 12:31 Uhr | News-ID: 50415 | 140 Aufrufe
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